Ortenauer Tischler-Schreinerinnungen schließen sich zusammen

Die beiden Tischler-Schreinerinnungen in der Ortenau schließen sich zusammen. Der Grund für den Zusammenschluss ist die Verlagerung der Schreinerausbildung nach Offenburg. 

Die größte Tischler-Schreiner-Innung in Baden-Württemberg entsteht zum 1. Januar 2018 in der Ortenau. Dann wird die Fusion der Innung Wolfach mit der Innung Ortenau wirksam und 109 Mitgliedsbetriebe kommen unter einem Dach zusammen. Sie entschlossen sich gleichzeitig zu einer Modernisierung ihrer Gesellenprüfungsordnung und nennen sie »Das Ortenauer Modell«.

Vertreter sind zuversichtlich

Bei der Unterzeichnung des Fusionsvertrags am Donnerstagabend im Restaurant Traube in Fessenbach gaben sich die Vertreter der Vorstände zuversichtlich. »Wir sind eine Einheit und wir sind wer. Das wollen wir zeigen«, sagte Christoph Burkard aus Achern, Obermeister der Innung Ortenau. Als 2006 die Schreinerinnungen Achern, Kehl, Lahr und Offenburg fusionierten, wollte sich die Wolfacher Innung noch nicht anschließen.

»Unsere Innung ist 107 Jahre alt und hat 30 Mitglieder«, berichtete Thomas Moser, Obermeister der Innung Wolfach. Solange sie an den Beruflichen Schulen in Wolfach eine eigene Ausbildungsstätte hatte, habe es keinen Grund zur Fusion gegeben: »Damals wollten wir die Selbständigkeit.« 2016 sei aber die Schreinerklasse in Wolfach geschlossen worden und die Ausbildung finde seitdem zentral für den ganzen Landkreis an der Gewerblich-Technischen Schule Offenburg statt. 

Guter Weg

»Jetzt ist es an der Zeit, in die Innung Ortenau zu gehen«, so Moser. Dazu habe Matthias Zipfel von der Handwerkskammer Freiburg einen guten Weg aufgezeigt und es gebe heute keine Streitpunkte mehr. Nach einem Jahr der Abstimmung in einem guten menschlichen Miteinander sei das Datum der Unterzeichnung kein schwerer Gang, sondern ein guter Tag. 

Er werde sich aber erlauben, bis zur Wahl eines neuen Vorstandes Dokumente noch mit dem alten Stempel der Innung Wolfach zu zeichnen, kündigte Moser nach der Unterschrift an. So lange führt der 62-Jährige die Geschäfte noch kommissarisch mit seiner Tochter Sarah Moser als Geschäftsführerin. Danach wolle er sich nicht mehr zur Wahl stellen. Kleine Randnotiz: Während die Innung Ortenau einen modernen Kunststoffstempel mitbrachte, stempelte Thomas Moser den Fusionsvertrag mit einem Holzstempel.

Fünf Bezirke

Erste gemeinsame Aktivitäten der Mitglieder beider Innungen haben bereits stattgefunden, darunter ein Lehrlingsausflug und eine Betriebsbesichtigung bei einem Holzhändler in Mannheim, berichteten die Vorstandsmitglieder. Man habe eine gemeinsame Satzung erarbeitet. Danach besteht die Tischler-Schreiner-Innung Ortenau künftig aus den fünf Bezirken Achern, Offenburg, Kehl, Lahr und Wolfach. Wolfach wird zum größten Bezirk, Kehl ist der kleinste. 

»Es wird eine Herausforderung, dieses große Gebiet zu betreuen«, weiß Christoph Burkard. Er kündigte an, bei der ersten gemeinsamen Innungsversammlung am 20. Februar in der Gewerbeakademie Offenburg für das Amt des Innungsobermeisters zu kandidieren. Gleichzeitig werde man die Bezirksobermeister neu wählen sowie die Ausschüsse und die Prüfungskommission in den erstmals fünf Prüfungsbezirken neu besetzen. »Es wäre schön, die bisher Aktiven in der neuen Vorstandschaft  zu haben«, so Burkard. Er wünsche sich einen starken Vorstand wie es bisher sei. Es gebe eine verlässliche und gute Zusammenarbeit.

Quelle: https://www.bo.de/lokales/ortenau/deshalb-werden-wird-aus-zwei-schreinerinnungen-eine