Mitarbeiterinterview - „Dem Holz ein zweites Leben geben“

Der Name „Monique Sonnenschein“ würde weitaus besser zu ihr passen als „Monique Niesel“. Doch die geborene Frohnatur stellt sich einfach vor mit: „Niesel – wie der Regen, bloß ein fröhlicher“, strahlt dabei über das ganze Gesicht und schon hat sie die Wetterlage ihres Namens wieder ins Lot gebracht.

Das Abitur in der Tasche, will Monique Niesel eigentlich Jura studieren. Doch es sollte nicht sein. Nach einem Langzeitpraktikum bei einer Werbetechnikerin, verdiente Sie sich ihren Lebensunterhalt in einer der Cocktailbars im Europapark. Als ihr eine Vertragsverlängerung angeboten wird, lehnt Sie diese jedoch ab, um sich mit einer handfesten Ausbildung eine gute Basis für die Zukunft zu schaffen. Doch welcher Beruf ist am besten geeignet?

img_e5168.jpgDiese Frage beantwortet ihr eine überaus qualifizierte Fachkraft, die Vorlieben, Talente und Persönlichkeit auf das Genaueste analysieren kann: „Für Sie kommen genau 3 Jobs in Frage: Bauzeichnerin, Zimmerin oder Schreinerin.“ Monique Niesel ist überrascht. Zimmerin – übrigens der Beruf ihres Vaters – kann sie gleich ad acta legen, da sie nicht schwindelfrei ist. Aufgrund ihrer Begeisterung für Holz fällt die Entscheidung auf den Schreinerberuf: „Holz ist einfach schön, es erfüllt mich mit Wärme“.

In der kleinen Schreinerei, in der sie ihre Ausbildung macht, kommt ihr das Lager mit edlen Vollholzstücken aus Eiche, Esche oder Kirsche wie eine Schatzkammer vor. „Jeder Baum ist einzigartig. Man sieht an den Jahresringen, wie es ihm Zeit seines Lebens ergangen ist. Ob er viele gute Jahre mit Sonne, Wasser und Nährstoffen hatte oder eben nicht.“ Und nun strahlt Monique Niesel wie die Sommersonne auf 12 Uhr: „Dass ich als Schreinerin die Gabe habe, dem Holz ein neues Leben einzuhauchen und seine jeweiligen Besonderheit zur Geltung zu bringen, das macht mich absolut glücklich.“ 

Begierig, immer mehr zu wissen und zu können, macht Monique Niesel im Anschluss an ihre Lehre nicht nur ein einjähriges Fernstudium für Raumgestaltung und Innenarchitektur, sondern auch noch, innerhalb von 3 Jahren nebenberuflich, ihren Meister per Abendschule. Irgendwann ist dann „das Ende der Fahnenstange“ im alten Unternehmen erreicht. „Zeit, den Horizont zu erweitern.“

Als sie dann sieht, dass bei Moser eine Stelle als CNC-Bedienerin ausgeschrieben ist, zögert sie nicht lange. „Ich bin von Anfang an total nett aufgenommen worden. Und es gab auch keine komischen Spruch, weil ich eine Frau bin.“ Wie aber finden eine computergesteuerte Maschine und Monique Niesel als leidenschaftliche Handwerkerin zusammen?

Da gab es einen besonderen Moment, der zu einem „geistigen Umbruch“ führte, erzählt sie. „Ich hatte als Meisterstück ein derart ambitioniertes Aufbewahrungsmöbel für Gesellschaftsspiele entworfen, welches sämtliche Bereich der Schreinerkunst in sich vereint. Alles war in dem Kleinbetrieb zu bewerkstelligen, bis auf die Korpus Verbindungen. Diese wiesen solch eine Komplexität auf, dass die Fertigstellung ausschließlich mit Zeichenprogramm und anschließender CNC-Bearbeitung ausgeführt werden konnte.

Die nötige Unterstützung dafür bekam Sie von ihrem engagierten Dozenten an der Schule, der mit ihr zusammen einige Extraschichten einlegte, um auch diese Hürde zu meistern. Durch die intensive Auseinandersetzung mit der völlig neuen Arbeitstechnik war Monique Nisel bald absolut fasziniert - und infiziert.

Seit anderthalb Jahren nun arbeitet sie bei Moser an den CNC-Maschinen und mittlerweile auch an der neuen Kantenanleimmaschine für Schmalflächenbeschichtung. Allergrößte Sorgfalt ist gefragt, wenn sie beispielsweise empfindlich schmale Teile oder andere Werkstücke mit außergewöhnlichen Formen und Schrägen fräst oder sauber Kanten auffährt.  „Da erlebe ich Glanzmomente, wenn alles super geklappt hat.“

Private Glanzmomente hat sie übrigens unter anderem bei Darts. Ob im Team oder Einzelmodus -hier ist höchste Konzentration und auch Teamgeist gefragt, wenn die Pfeile richtig fliegen sollen.

Für eine gute Weile noch möchte Monique ihr Können an den Maschinen weiter ausbauen und verfeinern. „Ich wachse mit jeder Aufgabe, das ist wunderschön. Und ich bin noch lange nicht satt.“

Zu einem Meisterposten in der Arbeitsvorbereitung bei Moser würde allerdings überwiegend Büroarbeit gehören, doch die Praxis lässt Monique Niesel noch nicht richtig los.

Die Offenheit bei der Geschäftsleitung ist jedenfalls da, wenn sich Mitarbeiter weiterentwickeln möchten, sagt sie. „Sie unterstützen, dass man das macht, was man gerne macht. Denn sie wissen, dass dann gute Leistungen das Resultat sind.“

In ihrem beruflichen Werdegang bereut Sie nichts. „Meine Seele gehört dem Handwerk, ganz und gar“, sagt Monique Niesel. Und da ist es wieder, dieses Strahlen wie die Sonne an einem wunderschönen Sommertag auf 12 Uhr. Definitiv kein Nieselwetter!

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